„Abrüsten statt Aufrüsten“ Berliner Ostermarsch 2018

31.03.2018 Berlin: Ostermarsch der Friko

Unter dem Motto „Abrüsten statt Aufrüsten“ lief der diesjährige Ostermarsch am Samstag, den 31.03.2018, bei nasskaltem Wetter mit ca. 1000 Friedensbewegten durch den Berliner Stadtteil Moabit.

Auf Transparenten, Plakaten und in den Reden offenbarte sich das binäre Weltbild der Teilnehmenden, das von antiamerikanischer, antisemitischer Weltsicht, Verschwörungsglauben und simplen Schuldzuweisungen geprägt ist. Der Altfriedensbewegte Eugen Drewermann bediente sich in seiner Rede unzeitgemäßen Argumentationsfiguren, die noch aus Zeiten des kalten Kriegs stammen. Unter Applaus schob er die Verantwortung internationaler Konflikte alleine dem Westen zu, den russischen Autokraten Putin hob er in eine defensive Opferrolle.

31.03.2018 Berlin: Ostermarsch der Friko

31.03.2018 Berlin: Ostermarsch der Friko

31.03.2018 Berlin: Ostermarsch der Friko

31.03.2018 Berlin: Ostermarsch der Friko

31.03.2018 Berlin: Ostermarsch der Friko

31.03.2018 Berlin: Ostermarsch der Friko

In ähnlicher Rhetorik blieb auch der Politiker der Partei Die Linke, Diether Dehm, verhaftet. Dieser wollte aber auch auf Diffamierungen nicht verzichten und nannte Außenminister Maas wiederholt einen „gut gestylten Nato-Strichjungen“.

31.03.2018 Berlin: Ostermarsch der Friko

31.03.2018 Berlin: Ostermarsch der Friko

Wie schon im letzten Jahr befanden sich unter den Teilnehmenden zwiespältige und rechtsoffene Gruppierungen. So zum Beispiel die Politsekte der „Mütter gegen den Krieg“ oder auch die rechtsoffenen „Mahnwachen für den Frieden“, die seit 2014 die politischen Koordinaten verwischen und mittlerweile zahlreiche Splittergruppen gebildet haben. Die bekannte Aktivistin Irmela Mensah Schramm war in Begleitung ihres Partners, Mathias Tretschog, gekommen. Tretschog ist dem Umfeld der Querfront zuzurechnen und fällt insbesondere durch Unsachlichkeit und NS-Relativierung auf. Kritik setzt er mit SA-Methoden gleich und droht kritischen Journalisten an, diese ihrer Berichterstattung wegen, anzuzeigen.
Mit Marc Kluge war auch ein Neonazi vor Ort, sowie sich mit Hagen Schütte, Bianca Budnick und Owe Schattauer der rechtsextreme Flügel der Mährholzschen Mahnwachen problemlos einreihen konnte.

31.03.2018 Berlin: Ostermarsch der Friko

31.03.2018 Berlin: Ostermarsch der Friko

31.03.2018 Berlin: Ostermarsch der Friko

31.03.2018 Berlin: Ostermarsch der Friko

31.03.2018 Berlin: Ostermarsch der Friko

31.03.2018 Berlin: Ostermarsch der Friko

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Weitere Fotostrecken sind bei Flickr hier, hier und hier zu finden.

Ostermarsch 2017: Ein Aufzug von Verschwörungsgläubigen, Querfrontlern und Antisemiten

15.04.2017 Berlin: Ostermarsch der Friko Berlin

Am Samstag, den 15.04. fand in Berlin der jährliche Ostermarsch statt und erneut zeigten sich etliche zwielichte Gruppen vereint. Zu sehen bekam man die Politsekte der  Mütter gegen den Krieg, den Freidenker-Verband oder auch die NachDenkSeiten um Albrecht Müller und Jens Berger, die mittlerweile fester Bestandteil der Querfrontszene sind.

Bild 1: Achim Habben war Mitbegründer des Ak Berlin (Aktivistenkreis Berlin), einer ersten rechten Mahnwachenabspaltung in Solidarität mit Jürgen Elsässer, die dann eigene Mahnwache am Alexanderplatz ausrichteten. Bild 2: Ben Frieden, ein Mahnwächter der ersten Stunde und Hagen Schütte (vorne in Pax Terra Shirt). Hagen Schütte ist zwar immer noch auf den Mahnwachen unterwegs, hat aber auch regen Austausch mit der Neonazi-Szene Berlins und Umland.

Auch zahlreiche Friedenswächter*innen der sogenannten Mahnwachen für den Frieden waren unter ihrem neuen Label „Pax Terra Musica“, bzw. „Humanistische Friedenspartei“ mit eigenem Wagen vertreten. Bei „Pax Terra“ handelt es sich um ein neues Mahnwachen-Label, das versucht mit einem großen Musik-Event im Sommer neue Teilnehmer*innen für die selbsternannte Mahnwachenbewegung zu gewinnen.
Ein ähnliches Unterfangen wurde letztes Jahr von Wojna (Die Bandbreite) mit dem „Friedensfest am See“ versucht, das aber wegen Mangels an Interesse als nicht erfolgreich angesehen werden kann. Die friedensbewegten Mahnwächter*innen blieben mit ihrem Querfrontprogramm, das von den üblichen Gestalten wie Morgaine, Kilez More, Denzko, Photon und Bandbreite gestaltet wurde, in der eigenen Blase. Interessant jedoch ist, dass das Programm des „Friedensfestes am See“ mit dem nun geplanten „Pax Terra“ quasi identisch ist, lediglich um in diesem Kontext unauffällige Künster*innen und Musiker*innen aufgeblasen wurde. Daneben ist aber alles, was aus dem Spektrum der Mahnwachen bekannt ist, dabei, von KenFm, Free21. org, bis hin zu Christioph Hörstels Partei „Deutsche Mitte“ und sämtlichen Querfrontprojekten, die aus den Mahnwachen teilweise mit Hilfe von Reiner Braun und Pedram Shahyar hervorgegangen sind (Stopp Ramstein, Friedenskreis Wanfried, etc.).

Initiiert wird Pax Terra von Malte Klingauf aka Malte aus Falkensee (Mahnwachensprecher, der mittlerweile eine führende Funktion in der Organisation der Wachen eingenommen hat), der sich mit Mathias Tretschog einen bisher in diesem Umfeld unverdächtigen Partner ins Boot geholt hat.  Mathias Treschog ist grotestkerweise eher im antirassistischen Kontext unterwegs und initiiert mit der bekannten Aktivistin Irmela Mensah Schramm Projekte, die sich gegen Hass und Hetze richten. Auf seiner Facebookseite jedoch teilt er die gesamten Querfront-Verschwörungsinhalte, die von Mahnwächter*innen von links wie rechts bekannt sind. Mit Tretschog ist es Klingauf gelungen, sich ein antirassistisches Mäntelchen überzuziehen. Dass das aber eine große Täuschung ist zeigte sich mal wieder deutlich am Samstag: Auf dem Ostermarsch waren als Promoter*innen für „Pax Terra“ insbesondere die extrem rechten Mahnwächter*innen unterwegs. Während Klingauf selbst den Umzugswagen fuhr, verteilten diese in entsprechenden T-Shirts bekleidet Flyer und warben fleißig sowohl für die Mahnwachenpartei „Humanistische Friedenspartei“ (Mitbegründer ist ebenfalls Malte Klingauf), sowie das geplante Musikevent „Pax Terra“. Unter ihnen waren z.B. Hagen Schütte, Bianca Budnick und Owe Schattauer.

Gerade Hagen Schütte und Bianca Budnick sind immer wieder auf extrem rechten Veranstaltungen, wie z.B. die neonazistischen Aufmärsche „Merkel muss weg, zu sehen. Bianca Budnick besuchte als Verehrerin von Jürgen Elsässer, auch die extrem rechte „Ein Prozent“- Kundgebung am 21.12.2016 in Berlin. Hier versuchten u.a. Bernd Höcke, Alexander Gauland, sowie Identitäre und AfDler nach dem terroristischen Anschlag in Berlin, die Opfer des Terrors für ihre Hetze gegen Geflüchtete zu instrumentalisieren.

Auch der folgende Protagonist, Achim Habben, entstammt den Mahnwachen für den Frieden um Lars Mährholz und war Teil der ersten rechten Abspaltung, die sich in Solidarität mit Elsässer bildeten, als dieser von der Teilnahme an den Wachen der Wahrung des linken Anscheins wegen, ausgeschlossen werden sollte. Habben schloss sich mit weiteren Mitstreitern Ende 2014 auch den Neonazi-Aufmärschen in Berlin Marzahn an, die von den Montagsmahnwachen inspiriert, sich ebenfalls jeden Montag direkt vor Geflüchtetenheimen versammelten und dort aus purem Rassismus Angst und Schrecken verbreiteten. Das Posting der Kentrail-Verschwörung zeigt Achim Habben unten in der Mitte.

++++Wahnwichtel und Rechtsradikale marschieren gemeinsam++++22.11.14 Marzahn/Hellersdorf: Mehrere hundert Rassisten…

Posted by Die Kentrail-Verschwörung on Freitag, 28. November 2014

Mittlerweile steht Iremla Mensah Schramm selbst mit einem Wokshop „Mit bunten Farben gegen braune Parolen“ auf dem Programm von Pax Terra Musica. Sie wird damit Teil einer Veranstaltung sein, die schlicht für Hass und Hetze steht und von den antisemitischen und völkischen Mahnwachen, die bis in die extreme Rechte und ins neonazistische Spektrum vernetzt sind, nicht zu trennen ist.