Vor und nach Friedensdemo(s) mit Sahra Wagenknecht: Akteure werfen sich gegenseitig Verschwörung mit der NATO vor

Update: Stephan Steins war einer der Initiatoren der kleineren Friedensdemo, die sich der großen am Ende anschloss(s.u.). In seiner Querfrontpostille(s.u.) schrieb er über den Verlauf der Demos:

Mehrere tausend Friedensaktivisten[…] folgten dem Aufruf [1] der FbK (Friedensbewegung bundesweite Koordination) zur bundesweiten Friedensdemonstration in Berlin unter der zentralen Forderung Raus aus der NATO!
[…]
Am Ende der Abschlusskundgebung rief die FbK die Teilnehmer dazu auf, sich auf der anderen Seite des Brandenburger Tores an einer etwas zeitversetzt stattfindenden Kundgebung zu beteiligen. Dort hatten sich Friedensaktivisten vornehmlich aus dem Umfeld der sog. Linkspartei versammelt.
Obwohl in den vergangenen Tagen die NATO-Presse von RBB/ARD bis Die Welt massiv für diese zweite Veranstaltung geworben hatte, blieb die Teilnehmerzahl mit rund 2.000 Teilnehmern weit unter den angekündigten 10.000. Nach dem Eintreffen der Friedensaktivisten von der „Raus aus der NATO!“-Demonstration füllte sich der Platz dann aber doch noch.
Mit dieser Geste wollte die Friedensbewegung ein versöhnliches Zeichen setzen und den Bestrebungen zur Spaltung der Friedensbewegung entgegen wirken.

Frank Geppert war Moderator und ebenfalls einer der Initiatoren. Ansonsten ist er aktiv z.B.bei der Montagsdemoinhalle und Endgame. Er schrieb nach der Demo:

Eine Frau erzählt mir, sie wurde von einer anderen Demo aufgefordert nicht zu unserer Veranstaltung zu gehen, weil wir zu radikal wären, wir würden fordern ‚Raus aus der NATO!‘
[…]
Von der Bühne, auf der auch Sahra Wagenknecht gesprochen hat, wurde behauptet, wir wären eine Gegendemo, obwohl wir immer aufriefen, auch die anderen zu unterstützen und uns am Ende selber der anderen Demo angeschlossen haben.
[…]
Wir haben den Etablierten die Maske vom Gesicht gezogen. Ihre NATO-Kritik ist unehrlich, wird aufgeweicht, um koalitionsfähig zu sein und die Forderung ‚Raus aus der NATO‘ ist ihnen (teilweise) zu ‚radikal‘. Das beweist, wie wichtig und absolut richtig unser Engagement gestern war und warum diese Forderung im Banner meines Profils zu lesen ist.

Wie kam Sahra Wagenknecht dazu von einer „Gegendemo“ zu sprechen? Vielleicht hat sie diesen Artikel aus der junge Welt gelesen, in dem so etwas suggeriert werden sollte:

„Der enorme Aufwand, mit dem rechte Provokateure die Demonstration am 8.10. zum Scheitern bringen wollen, zeigt: Die Herrschenden fürchten eine starke, organisatorisch unabhängige Friedensbewegung. Einen besseren Beweis für ihre Notwendigkeit gibt es nicht.“

Ähnliche Aussagen wurden auch von Erstunterzeichnern des großen Bündnisses in die Welt gesetzt. Doris Pumphrey von der FriKo Berlin wurde bei den Freidenkern so zitiert:

„Der Gegner wird alle Register ziehn, um zu verhindern, dass es wieder eine vereinte große Friedensbewegung gibt. Er tut das seit über zwei Jahren und die NATO-Geheimdienste werden ganz besonders aktiv werden, um die Vorbereitung für eine gemeinsame große Demonstration am 8. Oktober zu erschweren, mit Verwirrung, Diversion, Denunziation und internem Streit.“

Die Berliner Friedenskoordination und die Deutscher Freidenker-Verband e.V. waren als Erstunterzeichner Teil des großen Bündnisses.

Womit nicht zum ersten mal bewiesen wäre, dass die beiden Demos sich in der ideologischen Ausrichtung vieler ihrer Unterstützer nicht so sehr unterscheiden wie viele glauben. Denn gerade die Freidenker passen von der ideologischen Ausrichtung sehr gut zu Steins, Geppert und Ciburski, wie sich immer wieder in unterschiedlichsten Postings  des Chefs des Verbands Deutscher Freidenker Klaus Hartmann zeigt. Dieser veröffentlichte zumBeispiele eineKarikatur mit Merkel als Prostituierter mit einem Davidstern auf dem Po dargestellt die jüdischen Bankerfamilien diene. Diese zionistischen Bosse stünden hinter der EU.

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Und dennoch sind die Freidenker auch bei dem Teil der Friedensbewegung gerne gesehen, der von der Partei Die LINKE unterstützt wird.

Update Ende

Friedensdemo gegen die Besatzung Deutschlands und Zinssklaverei

6.Oktober 2016

Am 8. Oktober sollen in Berlin in unmittelbarer Nähe zueinander zwei Friedensdemos stattfinden, eine mit Unterstützung des sich als links verstehenden Mahnwachenflügels, die andere von einem anderen Teil des Mahnwachenspektrums ausgehend. Für letztere zeichnen sich Leute verantwortlich, die mehr oder weniger offen antisemitische Verschwörungstheorien verbreiten, glauben des Führers Stellvertreter sei von den Nazis ermordet worden und in er Vergangenheit auch mal Nazis als Ordner auf ihren Demos einsetzten.

Im Mobivideo geht es gegen die Besatzung Deutschlands und Zinssklaverei

friedensdemo-gegen-besetzung-deutschlandsDie „Friedensbewegung bundesweite Koordination (FbK)“ ruft zu einer Demo vor der Botschaft der Vereinigten Staaten auf. Als Zeichner für den Aufruf verantwortlich sind unter anderem Frank Geppert, Stephan Steins und Guido Ciburski. Im Mobivideo sind u.a. Transparente vergangener Endgame Demos zu sehen, die von einer Besetzung Deutschlands und Zinssklaverei halluzinieren.

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Zwischen Rosa Luxemburg und Rudolf Heß: Stephan Steins

Dem Duktus nach stammt der Aufruf vermutlich vom stalinistischen Querfrontler Stephans Steins, der eine Website betreibt, die vorgibt legitime Nachfolgerin der KPD-Zeitung „Rote Fahne“ zu sein. Gleich auf der Startseite wird man mit Steins Weltbild  konfrontiertrote-fahne-3 Passend zu diesem von Antisemitismus und Antiamerikanismus geprägten Weltbild glaubt Steins des Führers Stellvertreter Heß sei von den Amerikanern ermordet wurden.

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Abhilfe gegen die Weltverschwörung und die Knechtung der Deutschen durch den Imperialismus solle ein Bündnis von Pegida und Friedensbewegung schaffen, denn das Konzept ‚Multi-Kulti‘ und die initiierten Migrationsströme“ seien Mittel der Imperialisten zur Zesetzung des „republikanische[n] Nationalstaat[s]“, der so „seine identitätsstiftende Funktion als kulturellem Bezugspunkt der Völker und als Völkerrechtssubjekt und somit als nachhaltigem Widerstandsfaktor verliert.

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Gegen USrael, das Imperium der jüdischen Lobby: Frank Geppert

Die maßgeblich von Geppert angeführte Bewegung Endgame sieht sich an der Seite des „Führers“ Putin gegen „USrael“ und das „Imperium der jüdischen Lobby“ kämpfen. Zu Endgame sei der Aufsatz „Antiamerikanischer Antisemitismus bei Endgame. Zur Analyse einer Protestbewegung, die sämtliche Kategorien der Unfreiheit affirmiert“ von Jonas Bayer bei Emma und Fritz empfohlen. Geppert gehört ebenfalls zu den Köpfen der Montagsdemo in Halle, an der regelmäßig Neonazis der Gruppierung Brigade Halle teilnehmen. Bei der Endgame-Vorgängerorganisation Pegada traten Nazis sogar als Ordner in Erscheinung.
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Gegen Rothschild, für Elsässer: Guido Ciburski

Guido Ciburski war einer der Coorganisatoren der Koblenzer Friedensparty. Coorganisator Oliver Keil stellte auf einer dieser Veranstaltungen die Protokolle der Weisen von Zion als authentisch dar. Auf die Friedensparty folgte für Ciburski „Frieden Rockt“, wo es ebenfalls antisemitisch zuging:
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Ciburski hatte nicht nur den rechstpopulistischen offenen Querfrontler Jürgen Elsässer nach Koblenz geholt, er sorgte auch auf einer Konferenz des Friedenswinter mit einem Antrag, der Friedenswinter möge die Distanzierung von Elsässer aufzuheben, für einen Eklat. Unterschiedlicher Beobachter nach war dieser Antrag kurz davor die Mehrheit zu erreichen, als Chiburski ihn im letzten Moment zurückzog, womit er den Untergang des gerade erst ausgerufenen Friedenswinters erst einmal abwendete. Andernfalls hätten sich Unterstützer z.B. aus der Linkspartei sicherlich zurückgezogen.

Konkurrenzkampf der Friedensbewegten am 8.Oktober

Apropos Friedenswinter: Deren Nachfolger planen am gleichen Tag nur einen Steinwurf entfernt eine eigene Friedensdemo. Dabei handelt es sich um eine gemeinsame Bewegung aus Kräften der etablierten Friedensbewegung und dem „linken“ Flügel der Mahnwachenbewegung. Diese wird unter anderem von dem Parteivorstand der Linkspartei unterstützt.

Es finden also zwei konkurrierende Demos statt, die nicht nur unter dem selben Logo laufen, sondern auch um sich überschneidene Zielgruppen buhlen werden. Schließlich sind diese Kreise mehr als durchlässig, wie sich letzmalig am 01. Oktober auf der von Ken Jebsen initierten Friedens-Kundgebung vor dem Kanzleramt wieder zeigte. Dort fanden sich beide Flügel geschlossen ein. Neben Reiner Braun, Pedram Shahyar und Prinz Chaos waren auch Frank Geppert, Carsten Halter, Bianca Bundnick, Reza Begi, Wolfram Freiling, Hagen Schütte und Thomas Löbnitz auf dem Platz, alles Protagonisten, die immer wieder auch auf einschlägigen Nazi-Demos anzutreffen sind.  Das Mikrophon wurde mit Themen rund um 9/11, Teile und Herrsche strapaziert, und auch Reiner Braun sprach vom 1%, das für alles Übel auf der Welt verantwortlich sei.

Banner der beiden Friedensdemos: Zum Verwechseln ähnlich

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