Jutta Ditfurth und ihre Nähe zu linken Antisemiten

Vor einigen Wochen hatte Jutta Ditfurth in einer geheimen Facebookgruppe einen Konflikt mit einer Einzelperson, mittlerweile greift sie zunehmend jeden an, der es wagt auch nur Dinge klarzustellen. Zuletzt behauptete sie sogar Die Kentrail-Verschwörung und Friedensdemo-Watch würden die Kritik am Antisemitismus sabotieren wollen. Gleichzeitig stellt sie sogar die Fragen aller "kritischen" Fragen: Cui Bono? Ist das eine Verkausstrategie oder setzt sie sich einfach nur den Aluhut auf?

Für uns ergibt sich daraus nun die Notwendigkeit die Details des Konflikts öffentlich zu machen, auch weil sie andere, darunter auch uns, zwar mit wiederholten und fortgesetzten diffusen Anschuldigungen diffamiert, eine inhaltliche Diskussion dabei aber bewusst unterbindet und auf ihrer Seite blockiert.

Die Ursache für den jüngsten Konflikt zwischen Jutta Ditfurth und antisemitismuskritischen Personen hat der Blogger Manfred Breitenberger im zweiten Teil einer schon länger geplanten Trilogie zu Jutta Ditfurth eher am Rande wie folgt eingebracht:

Jutta hat derzeit viele Probleme mit ihrer Facebookfangemeinde. So muss sie beinahe täglich Freunde „entfreunden“, die mit abweichenden Meinungen von sich reden machen. Als Jutta Ditfurth mit ihrer Aussage Netanjahu sei der „Gegner aller linken und linksliberalen Israelfreund*innen“ nicht nur Zustimmung unter ihren Fans erfuhr war sie verständlicherweise schwer enttäuscht. Ein Facebookfreund hat es gewagt auf einen Artikel von Peter Bierl zu verlinken, in dem ihr Heldenepos über Ulrike Meinhof kritisiert wird und er fragte gar warum sie früher in der antisemitischen NRhZ mit Evelyn Hecht Galinski geschrieben hat.  Solche Fragen überschreiten freilich jegliches Maß. Jutta Ditfurth braucht für ihre Arbeit die totale Loyalität, so blieb und bleibt ihr und ihren „MitarbeiterInnen“ überhaupt nichts anderes übrig als die Zusammenarbeit mit diesen undankbaren „antilinken“ Rebellen abzubrechen und sie zu „entfreunden“. So schreibt die hochqualifizierte Mitarbeiterin von Jutta Ditfurth, Christiane Agu nach einer „Entfreundungsentscheidung“:

„Kritiklose unterwürfige Verherrlichung von Israel und enthemmte Angriffe gegen Menschen, die reale Probleme in Israel ansprechen, nützen Israel gar nichts und helfen Israels Feind*innen. Philosemitismus ist nur die andere Seite des Antisemitismus.“

Ja doch, wer „grundsätzliche antilinke Ausfälle“ durchgehen lässt ist sehr schnell zweiter Sieger. Der „Generalangriff gegen alles Linke“ muss unterbunden werden und das hat überhaupt nichts mit Stalinismus oder einem autoritären Charakter  zu tun. Einfach Fragen ohne jegliche Erlaubnis zu stellen, das geht nicht, so etwas geht überhaupt nicht. Wo leben wir denn?

Seit wann gewinnt man mit Israelsolidarität eigentlich Wahlen?

Unabhängig der Frage, seit wann man wohl mit dem Thema Israelsolidarität Wahlen gewinnt, begann alles also damit, dass sich jemand nicht nur an der Formulierung Ditfurths störte, den israelischen Regerierungschef als „den[sic!] Gegner[sic!] aller linken und linksliberalen Israelfreund*innen“ zu bezeichnen, sondern dass dieser auch noch darauf hinwies, dass Jutta Ditfurth noch 2013 mehrere Artikel in der nicht erst seit gestern als antisemitisch bekannten NRhZ veröffentlichte. Hier ein Ausschnitt aus den Worten, die für Frau Ditfurth ein rotes Tuch bedeuten sollten:

Am 18.12.2013 veröffentlichte die NRhZ den letzten Artikel von Jutta. Erst am 18.4.2014 beendete Jutta die Zusammenarbeit mit NRhZ nachdem diese ihre Texte unautorisiert an KenFM weitergegeben hatte. Zum offiziellen Ende der Zusammenarbeit war es also kein Jahr her, dass Jutta am 21. März 2015 geschrieben hatte das „sind schon lange keine Linken mehr und kein kritisch denkender Mensch kann sie noch ernst nehmen“. Sorry, finde ich merkwürdig. Will Jutta sagen die NRhZ habe sich in diesem kurzem Zeitraum so krass verändert? Und was soll „lange“ sein, wenn sie weniger als 12 Monate zuvor noch für die schrieb?
Aber wie lange ist lange denn wirklich?
Am 06.02.2013 veröffentlichte Ken Jebsen seinen ersten Artikel in der NRhZ.  2012 war Jebsen dabei als Hecht-Galinski das Grab ihres Vaters zum 20. Jahrestag seines Todes schändete, in dem sie dort einen Kranz in palästinensischen Nationalfarben und einem grammatikalisch verfälschten Zitat(„neuen“ statt „neuem“) ihres Vaters hinlegte.

„Er nennt in seinem Buch Invasion der Heuschrecken insbesondere die Rothschilds als Drahtzieher“ -.dieser Satz stand 2009 in der NRhZ. Autor war ein gewisser Jürgen Elssäser.

Am 31.01.2006 wird dort zum ersten mal die Kölner Klagemauer wohlwollend erwähnt […] Im August 2005 veröffentliche Werner Rügemer dort mehrere Artikel. Auch über die Bank Sal. Oppenheim. Rügemers „Froschungsarbeit“ zu dieser Bank wurde öfters als antisemitische bezeichnet – aus guten Gründen. Auf haGalil.com konnte man was zu Rügemers Antisemitismus und der NRhZ lesen (Archiv weil Rügemer den Artikel hat gerichtlich verbieten lassen)

Übrigens haben auch die Nachdenkseiten über den armen verfolgten Rügemer geschrieben.
Und vor Rügemers Artikeln aus August 2005? Ich gebe zu vor August 2005 kann ich kein Material ausmachen, denn die NRhZ-Online wurde erst im August 2005 gegründet. Nicht erst als Jutta nach 10 Jahre Bestehen der NRhZ die Zusammenarbeit aufkündigte war das eine antisemitische Drecksseite, sie war es vom ersten Tag an.

Wenn man sich das alles aber noch genauer anschaut, wird es leider nicht besser. So schrieb Ditfurth einen Artikel zusammen mit genau jenem Hartmut Barth-Engelbart, der ähnlich wie der heutige Jürgen Elsässer in einem Blogbeitrag jenen berühmt-berüchtigten holocaustrelativierenden Aufsatz Ulrike Meinhofs zustimmend verlinkte, in dem Meinhof das Bombardement Dresdens mit Auschwitz gleichsetzte. Diesen Aufsatz ließ Ditfurth in ihrer Meinhofbiografie interessanterweise unter den Tisch fallen, während der frühere, kritische Elsässer ihn kritisierte. (Mehr zu Meinhofs Dresdenaufsatz, Elsässer und Ditfurth in unserem letztem Post)

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Alle im folgenden gezeigten Artikel stammen aus dieser Suche und zeigen entweder Artikel von Ditfurth oder welche mit Bezug auf sie.

 

Bis Ende 2013 war ihr Name in der NRhZ oft in positiver Bezugnahme vertreten, ob nun als Autorin rassismus- oder antisemitismuskritischer Texte – freilich ging es dabei immer nur um den rechten, nie um den von der NRhZ mitbetriebenen linken oder hofierten islamischen Antisemitismus – oder als Kritikerin z.B. von Akteuren an den Finanzmärkten. Sie wurde aber auch in Artikeln zitiert, so zum Beispiel im Oktober 2013 auch von Ken Jebsen. Erst als Ditfurth im Streit über eine Weitergabe von Texten an KenFM mit der NRhZ brach, änderte sich dies.

 

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In dieser Publikation wurden ihre Bücher zu Meinhof aus Gründen mehrfach gefeiert:

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Ditfurth hatte tagelang nicht auf die Kritik an ihrem Verhältnis zu Ulrike Meinhof, NRhZ und anderen linken Antisemiten in der erwähnten Diskussionsgruppe reagiert, obwohl sie durchaus mitlas. Ihre Vertraute Christiane Agu veröffentlichte dann Mitte August einen interessanterweise in der ersten Person Plural verfassten Beitrag, in dem die für die angeblichen „grundsätzlichen antlinken Ausfälle“ verantwortliche Person namentlich und öffentlich angeprangert wurde:

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In Zusammenarbeit mit einer engen Vertrauten startete sie also eine öffentliche Verleumdungskampagne wegen internen Meinungsverschiedenheiten. Um welche konkreten Inhalte es dabei ging, wollte Ditfurth aber nicht öffentlich besprochen wissen, weswegen sie nicht zum letzten mal jedwede Diskussion verbot. Gelöscht und gesperrt wurde man von Frau Ditfurth auch dann, wenn man nur sachliche Fragen zu den konkreten Vorwürfen stellte. Interessant ist dabei aber auch, dass Christiane Agu in ihrem Posting von einer Aufkündigung einer Zusammenarbeit sprach, die es aber gar nicht gab. Der Angegriffene hatte gar keine Zusammenarbeit mit Frau Agu oder diesem misteriösen „wir“, weshalb das Posting an sich schon absoluter Unfug war. Der so Angegriffene antwortete dann am 13. August auf seiner Pinnwand:

Schön diese Beweisführung ohne Beweise seitens Ditfurth, Agu, Reimer u.a. Da keine „Beweise“ vorgelegt wurden kann ich nur mutmaßen worum es ging. Mit „Generalangriff“ ist offenbar Kritik gemeint und Jutta Ditfurth gilt einigen offenbar als „alle Linken“. […] Vermutlich ist mit „Generalangriff auf alle Linken“ auch gemeint das ich kürzlich die antisemitische NRhZ als ein von Anfang an antisemitisches Drecksblatt bezeichnete. Wer Netanjahu für „DEN Gegner aller linken und linksliberalen Israelfreund*innen“ hält mag die NRhZ vl. anders sehen. […] Ich bezeichnete antisemitische Terroristin Ulrike Meinhof als eine Antisemitin. Weil sie eine war. Scheint auch ein „Generalangriff auf alle Linken“ zu sein. Da werden sich „alle Linken“ aber freuen Meinhof zu sein.[…]

Nur wenig ließ Ditfurth über die Inhalte der Auseinandersetzung bekannt werden. In einem Wochen späteren Post, in dem sie von „hasserfüllten“ und „böswilligen“ Menschen sprach, erwähnte sie zwar ausnahmsweise mal den inhaltlichen Ausgangspunkt der internen Auseinandersetzungen, ohne aber klarzustellen, dass es sich hier um eben jene Auseinandersetzung handelte, die davor zu vielen Nachfragen geführt hatte. Sollten die Bewegründe einer rationalen Logik gefolgt sein, war der Zweck hier wohl primär sich als Verfolgte zu inszenieren, um damit für ihr Buch zu werben. Vielleicht hat sie ja auch die Kritik an ihrem Buch als existenzgefährdend wahrgenommen und fürchtete um ihr aufgebautes Image als widerständige Autorin, die als einzige den Mut hatte, Ulrike Meinhof gegen die Lügen der Herrschenden zu verteidigen. Wie dem auch sei, Frau Ditfurth versuchte hier aus dem längst vergangengen Disput nun auch noch Kapital zu schlagen und bot ihrer Gefolgschaft neben ihrem Buch ein Meinhof-Paket an. Dieses sollte für über den doppelten Preis noch ein Bildnis Meinhofs enthalten, das mit einer Signatur versehen war. Es reicht völlig den folgenden Screen zu überfliegen oder erst beim P.S. mit dem Lesen anzufangen. 

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Frau Ditfurth erntete hier teils freudige Kommentare, andere jedoch sahen das kritischer, insbesondere die vom Ulrike-Meinhof-Archiv signierten Meinhofbilder riefen teils polemische oder ironische Reaktionen hervor:

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Der wiederholte und nun auf mehrere Personen ausgeweitete Angriff auf die nun angeblich „hasserfüllten“ und „böswilligen“ Menschen veranlasste uns, wie auch die Kentrail-Verschwörung zu Reaktionen, auch weil die mit Ditfurth eng zusammenarbeitende Watchseite Aluhut für Ken den Beitrag teilte und damit öffentlich und offiziell Position ergriff.  Während wir sehr wohl differenziert auf die gemeinsame Bezugnahme von Ditfurth und Jürgen Elässers Compact auf Ulrike Meinhof aufmerksam machten, erinnerte Die Kentrail-Verschwörung daran, dass es in dem Konflikt ursprünglich mal um zwei kritische Rezensionen von Peter Bierl zu den Ditfurth-Büchern ging, die jemand bemüht hatte. Nämlich „Die Meinhofbiographie von Jutta Ditfurth“ im Kritiknetz und „Rudi, Ulrike und Jutta“ bei der Jungle World.

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Auf unseren Post gab es bezeichnende Reaktionen, die zeigen, was für Fans Frau Ditfurth mitunter hat:

Jutta Ditfurth reagierte folgendermaßen:

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Cui Bono?

Und auch Die Kentrail-Verschwörung wurde nun verteufelt, wie Aluhut für Ken unter Ditfurths  Zustimmung festlegte:

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Bemerkenswert sind insgesamt vor allem drei Dinge:

  1. Über die Inhalte der Kritik, die sie mit Verleumdungskampagnen beantwortet, verliert sie hier wieder kein Wörtchen, sie ruft ihre treuen Fans vielmehr auf, nicht zu diskutieren und empfiehlt einen Kontaktabbruch oder gar ein Blocken der Betroffenen, wobei hier plötzlich weitere Namen öffentlich angeprangert wurden, die mit dem vorhergehenden Konflikt eigentlich nichts zu tun hatten.
  2. Sie faselte von einem „sechswöchigen Amoklauf“, den es nicht gab. Vielmehr gab es ein paar Tage lang eine interne Diskussion, während Frau Ditfurth eine öffentliche Kampagne gegen Privatpersonen eröffnete. Vertraute Ditfurths dagegen ätzten schon weit länger gegen jeden, der wegen Meinungsverschiedenheiten  in Ungnade fällt.
  3. Tatsächlich haben die betroffenen Einzelpersonen sich bisher so gut wie gar nicht öffentlich zu Wort gemeldet, sodass es für Kenner der Vorgeschichte eher surreal wirkt, wenn Ditfurth hier von einem Amoklauf und einer Kampagne gegen ihre Person phantasiert. Vielleicht glaubt sie auch die Triologie (Link zum ersten Teil) von Manfred Breitenberger wäre ohne die interne Diskussion nie geschrieben worden. Tatsächlich aber verfolgt Breitenberger einen ganz anderen Schwerpunkt und sein Anliegen geht auf eine frühre Auseinandersetzung zurück, die er schon 2015 (in einem ebenfalls sehr lesenswerten Beitrag) auf seiner Facebookseite darstellte. Freilich nahmen wir den Post Breitenbergers schon 2015 zur Kenntnis und sogar Georg von Grote war uns schon länger bekannt. Dennoch unterstützten wir Jutta Ditfurth, vor allem auch wegen der Klage von Elsässer. manfred-breitenberger-1manfred-breitenberger-2
  4. Nachdem Ditfurth und Co. anfangs einer Einzelperson „kritiklose unterwürfige[sic!] Verherrlichung von Israel“ vorwarfen, weil diese u.a. Ditfurths Formulierung Netanjahu sei der Gegner aller linken und linksliberalen Israelfreunde kritisierte, meint sie im Verlauf der ganzen Geschichte plötzlich, man würde die Kritik am Antisemitismus sabotieren wollen, wobei sie nebenbei ihre Kampagne auf weitere Einzelpersonen und nun auch die Kentrail-Verschwörung ausweitete. Wer unsere Arbeit und auch die der Kolleg*innen der Kentrail-Verschwörung kennt, sollte eigentlich wissen, dass diese Angriffe haltlos sind, denn gerade Antisemtismus war von Beginn an ein Schwerpunkt unserer Arbeit.
  5. Ditfurth fragt „[i]n wessen Interesse“ die Personen und Seiten handeln würden. Nun ja, manche sagen wir arbeiten für den Mossad, andere meinen wir wären eine Außenstelle der israelischen Botschaft und wieder andere sehen uns gar als Propagandaorgan der Bundesrepublik Deutschland Finanzagentur GmbH. Leuten, die uns länger folgen, dürfte der Ratioblog und insbesondere dieser Artikel schon längst ein Begriff sein, aber heute sei er auch besonders Jutta Ditfurth als Lektüre empfohlen:

„Cui bono?” ist Latein für „Wem nützt es?”. In der Kriminalistik wird beispielsweise bei der Täterermittlung die Frage gestellt, wem eine Tat einen Vorteil bringt, wer einen Nutzen daraus zieht. Diese Person hätte dann ein Motiv, die Tat zu begehen, und sie könnte deshalb als Täter in Betracht kommen. Die berechtigte Frage nach dem Nutzziehern wird zum Fehlschluss, wenn das das einzige Kriterium bleibt, um auf eine Person als Verursacher zu schließen.

Besonders bei Verschwörungstheoretikern ist der Cui-bono-Fehlschluss weit verbreitet. Immer wenn ein besonderes Ereignis die Weltnachrichten beherrscht, dann werden die Nutznießer dieses Ereignisses als die wahren Täter ausgemacht, die im Hintergrund die Fäden ziehen. Dies ist ein voreiliger und damit falscher Umkehrschluss. Bei jeder Art von Ereignissen, Veränderungen und Umwälzungen gibt es immer Gewinner und Verlierer. Wenn aus A immer B folgt, dann folgt aus B noch lange nicht immer A.

Es ist durchaus möglich, dass die Gewinner auch die Verursacher sind, aber oft genug sind sie nur Gewinner aus Zufall. Sie haben bereits vorher auf Entwicklungen gesetzt, die durch andere in Gang gesetzt wurden, oder sie sind schnell genug auf einen Zug aufgesprungen, der bereits angefahren ist. Wie in der Kriminalistik braucht man schon stichhaltigere Indizien, um einen Nutznießer auch als Verursacher dingfest machen zu können.

Wer bei dem „Cui Bono?“-Spiel mitmachen will, der sollte folgendes Szenario in Betracht ziehen: Auf der einen Seite stehen hier Einzelpersonen, Watchgroups und -blogs, die kein finanzielles Interesse an Angriffen auf Ditfurth haben. Die im Gegenteil schlicht einen Teil ihrer Freizeit der Aufklärung über Verschwörungsideologie, Antisemitismus, Rechtsextremismus und/oder anderen Themen opfern. Auf der anderen Seite steht eine Autorin, die sich unter anderem als Vorkämpferin gegen Antisemitismus vermarktet und dabei übrigens sehr lange auf die Recherchearbeit der nun von ihr öffentlich angegriffenen Personen zurückgriff und von diesen auch unterstützt wurde. Was immer sie dazu bewegt haben mag, eine Kampagne gespickt mit Lügen, Halbwahrheiten und Dummheiten („Wer Meinhof und andere linke Antisemiten kritisiert, ist rechts“) zu betrieben, wir hoffen sie glaubt den ganzen Unsinn nicht wirklich, denn dann würde ihr nur ein Aluhut gut stehen.

P.S. Nachdem wir die Veröffentlichung dieses Blogs in Kommentaren ankündigten veröffentlichte Ditfurth bei Twitter eine Darstellung der Geschehnisse aus ihrer Sicht, von unten nach oben zu lesen:

14500326_1864821843764557_9036654781152350729_oLeider müssen wir feststellen, dass Jutta Ditfurth hier erneut schlichtweg Unsinn verbreitet, denn:

a) Niemand hat irgendwo behauptet, Jutta sei eine Antisemitin. Es ging um den Antisemtismus der Meinhof.

b) Niemand hat ihr vorgeworfen, eine Biographie über Ulrike Meinhof geschrieben zu haben. Vielmehr wurde kritisiert, sie habe in ihrer Biographie über Meinhof deren Antisemitismus und das zweifelhafte Weltbild der RAF beschönigt, bzw. sich nicht hinreichend damit auseinandergesetzt. Was in der Tat daran liegen dürfte, dass sie sich selbst nicht hinreichend von ihm gelöst hat. Warum das jetzt plötzlich Hetze und nicht etwa, wie sie es bei jedem anderen nennen würde, Kritik sein soll, bleibt unklar. Tatsächlich diffamierend indessen ist, was sie über vermeintlich „rechte Antideutsche“ für hanebüchenen Unsinn erzählt.
In die Richtung eines Antisemitismusvorwurfs geht allenfalls der gestern erschienene dritte Teil der Ditfurth-Trilogie Manfred Breitenbergers, dessen Schlussfolgerungen wir uns nicht in Gänze anschließen, der aber viel Interessantes Material zu Ditfurth recherchiert hat.

c) Niemand hat Ditfurth mit Elsässer oder anderen Leuten gleichgesetzt.

Vielmehr haben wir differenziert auf eine Gemeinsamkeit zwischen Elsässer und Ditfurth aufmerksam gemacht, die sich in der Bezugnahme auf Ulrike Meinhof treffen. Während Ditfurth allerdings die antisemitischen Passagen weitestgehend verschweigt, beruft sich Compact gerade deswegen auf Meinhof.  (Mehr zu Meinhofs Dresdenaufsatz, Elsässer und Ditfurth in unserem letztem Post)

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