Das hässliche Gesicht des BDS

„Am Donnerstag, den 25.08.2016, rief BDS Berlin zu einer Boykott-Aktion gegen die Marke SodaStream vor der Galeria Kaufhof am Alexanderplatz in Berlin auf. Mit Trommelwirbel versuchten die Aktivisten die Aufmerksamkeit der Passanten auf sich zu ziehen, um ihnen Flugblätter in die Hände zu drücken, die die Marke als kolonialrassistisch verunglimpften.
Insgesamt fanden sich in etwa 15 Aktivisten vor der Galeria ein und hielten den Passanten Schilder mit verschiedenen Aufschriften, wie zum Beispiel „Apartheid und Landraub – Made in Israel – darf sich nicht lohnen; boykottiert SodaStream“ entgegen. Auch ein Transparent, auf dem zu lesen war, „Ich boykottiere Israel – nicht die Juden; Rassismus tötet“ war vorhanden.
Gegenüber dieser Kundgebung hatte sich eine israelsolidarische Gruppe eingefunden, deren Teilnehmer in Einzelaktionen in das Kaufhaus liefen, um gut sichtbar mit Produkten von SodaStream das Kaufhaus wieder zu verlassen.
Während der Veranstaltung kam es zu mehreren Zwischenfällen: Zwei Teilnehmer der Boykott-Aktion positionierten sich genau vor die israelsolidarische Gruppe und riefen ihnen immer wieder „Kindermörder“, „Faschisten“ und „Hurensöhne“ zu, während sie die Distanz zu ihnen immer weiter verringerten. Als sie sich ihnen bis auf ein paar Armlängen genähert hatten, schritt die Polizei dazwischen und forderte sie auf, wieder in ihre Reihen zurückzukehren.
Daneben probierten zwei jüngere Teilnehmer eine kleine Fahne Israels anzuzünden, was aber aufgrund der Windverhältnisse und der zu kleinen Flamme nicht funktionieren wollte. Nach mehreren erfolglosen Versuchen zerrissen sie das Fähnchen, um die Einzelstücke der Gegengruppe vor die Füße zu werfen.“
Update: Mittlerweile konnten wir feststellen, dass sich dem Boykottaufruf auch ein Neonazi angeschlossen hatte. Dazu hier mehr.
Der BDS ist eine Internationale Kampagne, die zum grundlegenden Boykott Israels aufruft. Wenn in der Agenda des BDS auch beschönigend von einem Rückkehrrecht der palästinensischen Flüchtlinge die Sprache ist, geht es ihnen einzig und allein um die Zerschlagung des „zionistischen Staates“. Rhetorisch greift BDS auf Umwegskommunikation zurück. Dabei wird auch ein verkürzter Antikapitalismus bedient, der sich auf antisemitische Stereotype stützt. Doppelstandards und eine geradezu perfide Fokussierung auf Israel als den Terrorstaat schlechthin sind kennzeichnend. Insgesamt bezieht sich der BDS auf die erfolgreiche Anti-Apartheid-Kampagne gegen Südafrika und konstruiert zur eigenen Legitimierung einen unzulässigen Vergleich zwischen dem damaligen Südafrika und der heuten Situation in Israel/Palästina. Samuel Salzborn stellt außerdem fest, dass BDS die NS-Parole „Kauft nicht beim Juden“ mit dem Ersatz Israel reaktiviere. Betroffen von Boykottaktionen des BDS sind daher immer wieder auch jüdische Künstler*innen, Sportler*innen und Wissenschaftler*innen.
Das hässliche Gesicht der BDS-Kampagne wurde auch am Donnerstag in Berlin wieder sichtbar. Sowohl die Männer, die die israelsolidarische Gruppe mit „Kindermörder“ beschimpften, als auch die Jungs, die versuchten das kleine Fähnchen anzuzünden, wurden nach ihren Aktionen in den Reihen der BDS-Aktivisten mit Lachen empfangen.

Lesenswert zum BDS: Israel-Boykott/ Einladung zum Hass in der FAZ

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Weitere Bilder finden können hier eingesehen werden

Friedensfahrt „Berlin-Moskau“: Geographie für Anfänger

Jetzt haben die Friedenswichtel gen Moskau mit Organisator Rothfuß schon einen Geographen unter sich und dann so was:

Owe Schattauer verkündet stolz, er sei an einer Gedenkstätte im Luganskaja Oblast‘ gewesen.

Die Luganskaja Oblast‘ liegt in der Ukraine, gewesen ist Owe Schattaur im Luzhskij Rajon der St. Petersburger Oblast‘, also im Lugaer Bezirk des St. Petersbuger Gebiets und damit in Russland.
„Luga oder Lugansk – Hauptsache Russland“ frei nach Andy Möller ist an dieser Stelle nicht lustig.

Denn Owe Schattauer hat konstante Geographie-Probleme und hat es so übers Wochenende geschafft, in der Ukraine straffällig zu werden. Sein Wochenendtrip von St. Petersburg auf die Krim hat ihn nämlich in die Ukraine geführt. Da darf man zwar hin, aber halt nur nach ukrainischem Recht, was auch das Auswärtige Amt so sieht. Auf eine illegale Einreise auf derzeit besetzte ukrainische Gebiete stehen bis zu drei Jahre Haft, falls die Ukraine seiner habhaft wird. Falls sie ihn und seine zwei Begleiter als organisierte Gruppe sehen, kommt er sogar auf fünf bis acht Jahre Freiheitsstrafe. Vgl § 332.1 StGB UA

Was schlechte Geographie-Kenntnisse alles anrichten können.

Friedensfahrt „Berlin-Moskau“: Nützliche Idioten á la russe

Unglaublich, aber wahr: Die Friedensfahrt Berlin – Moskau wird auf russischer Seite von ganz oben kuratiert. Zumindest schreibt das der „Wohltätigkeitsfond Emec“, St. Petersburg:

„Liebe Freunde!
Eine Initiativgruppe von Bürgern Deutschlands hat mit Unterstützung der Verwaltung des Präsidenten der Russischen Föderation, gemeinsam mit der All-Russischen Veteranenvereinigung „Boevoe Bratstvo“ [Kampfbruderschaft] [1], der gesellschaftlichen Jugendbewegung für die Einrichtung eines Jugendparlaments in St. Petersburg, dem Wohltätigkeitsfond „Emec“, der Kulturkommission des Jugendkollegiums beim Gouverneur von St. Petersburg, der allrussischen Jugendorganisation „Mir“ [Frieden] und anderen Partnern, mit dem Ziel einer allseitigen Entwicklung und Verstärkung der Zusammenarbeit, des gegenseitigen Verständnisses und der Interaktion zwischen der Zivilgesellschaft Deutschlands und Russlands, ein Programm-Projekt für die Petersburger Etappe der internationalen Bürgerinitiative „Autotour für den Frieden Berlin – Moskau – Berlin: Völkerfreundschaft statt NATO-Propaganda“ erarbeitet und präsentiert es Euch.“

So honorig die russischen Co-Organisatoren, so bunt das Programm in den zwei Tagen St. Petersburg. Am Freitag geht es in eine Schule mit Deutschunterricht, außer der Direktorin steht der Elternbeiratsvorsitzende bereit. Ein Mysterium bleibt, warum das Programm für erwähnenswert hält, dass dieser Herr in Personalunion noch „Mit-Vorsitzender des Motorradklubs „Strafbataillon“ ist, wie man von Sergey Fiba erfährt, der den auf besonders wichtlige Inhalte spezialisierten Youtube-Kanal „Golos Germanii“ führt.

Friedenstäubchen unter sich: Owe Schattauer, Sergey Fiba, Rainer Rothfuss und Willi Wimmer bei der Abschiedsfeier für den „Friedenskonvoi“ nach Russland in Berlin am 07.08.2016
Owe und Sergei
Owe Schattauer aka C-Rebell und Sergei Fiba


Ob das schon mal auf das Treffen mit Nikolaj Starikov einstimmen soll, das am Samstag ansteht? Ein weiteres Personalunion-Wunder. Der ist laut russischer Wikipedia Stalin- und Putin-Fan, Vorsitzender der Partei „Großes Vaterland“, Geschäftsführer der Petersburger Abteilung des allseits beliebten Ersten Fernsehkanals ORT. Die Bewegung „Antimaidan“ leitet er gleich auch noch mit, findet Liberalismus scheiße und ist anscheinend auch sonst wahnwichtelkompatibel. Er soll Autor einer Reihe Bücher zur neuen und zeitgenössischen Geschichte Geopolitik und Wirtschaft sein, die nach Meinung von Spezialisten voller „zweifelhafter Schlussfolgerungen“ und „absurder Auslegungen“ seien.

Die Weitsicht und das diplomatische Fingerspitzengefühl der russischen Organisatoren dürften der Grund sein, warum nur eine katholische und eine protestantische Kirche besucht werden. So lässt sich der potentiell peinliche Moment vermeiden, die Friedensfahrer mit den Bekleidungsvorschriften in russisch-orthodoxen Kirchen zu konfrontieren. Ohne züchtige Kleidung und Kopftuch für Frauen kommt da keiner rein. Nicht dass die ausländischen Besucher noch auf den Gedanken geraten, der Unterschied zwischen der Russischen Föderation und „irgendwelchen Islamisten“ könne so groß nicht sein, nur weil das Gastland selbst etwas religiös-konservativ veranlagt ist.

Ja, und reden dürfen die Friedensbewegten endlich frei von der Leber weg in diesem Hort der Meinungs- und Pressefreiheit. Auf die Seite der Regierung des Kaliningrader Bezirks haben sie es die Tage schon geschafft und brachten ihr „großes Bedauern angesichts des Informationskrieges, der sich in Europa gegen die russische Bevölkerung entfaltet“ zum Ausdruck. Auch das Komitee für Auswärtige Beziehungen der Stadt St.Petersburg, angesiedelt bei der Regierung dieses Föderationssubjekts, lässt sich nicht lumpen und zitiert Rainer Rothfuß, mit folgenden Worten: „[…] Und unsere Autotour wird, so hoffe ich, ein Startsignal für neue Projekte im Bereich der russländisch-deutschen Zusammenarbeit geben. Gerade Bürgerinitiativen in Sachen Friedensstärkung, gerade freundschaftliche Beziehungen zwischen Bürgern unserer Länder können der beste Schutz gegen NATO-Propaganda und Provokationen werden.“

Halleluja, wir warten gespannt auf den 13.08., an dem das Wunder vollbracht werden wird, bei einem Wohltätigkeitskonzert ohne Eintritt, das Geld aus den Ticketverkäufen als Spende dem Wohltätigkeitsfond „Emec“ zukommen zu lassen, wie die offizielle Seite der Stadtverwaltung von St. Petersburg ohne den kleinsten Zweifel verkündet.
Leider ist aktuell noch nicht ersichtlich wer die „deutsche[n] und russische[n] Volkslieder, Klassik-und Jazzkompositionen und ebenso Rockhits“ im sozial-kulturellen Zentrum „Burevesnik“ zum Besten geben wird. Wir hoffen natürlich auf den laut russischer Medien „in Deutschland populären Sänger Owe Schattauer“, der – wie wir berichteten – sein Debüt aufm russischen Dorf hatte.
St. Petersburg gilt nicht umsonst als die musikalische Hauptstadt Russlands, wenn der Wohltätigkeitsfond „Emec“ die „Teilnahme der herausragendsten Vertreter der russländischen und Petersburger Kultur“ ankündigt, dann erwarten wir einiges.

Wer jetzt vor Lachen noch nicht geplatzt ist, dem sei heute ausnahmsweise nuoviso empfohlen. Der Bericht über Pleiten, Pech und Pannen an Tag 5 ist überaus lustig, mit einer Leiche auf der Straße und ernüchternden Eindrücken in der berühmten „Großstadt Pskov“. Zumindest bis sich Mark Bartalmai mit dem Rat, einmischt, man solle über derartige Dinge nicht berichten.

Mark Bartalmai bei der Abfahrt der Friedenstour in Berlin

Wir haben aber auch Verständnis für alle, die jetzt einfach nur noch still weinen möchten angesichts der Tatsache, dass die Kontakte dieser Friedensfahrer bis in die russische Präsidialverwaltung reichen und vice versa.

Mit Putin und Assad für den Frieden- zumindest meint das ein Teilnehmer der Abschiedsveranstaltung vom 07.08.2016 in Berlin.

 

[1] [„Kampfbruderschaft“, die sich u.a. damit hervorgetan haben, dass sie ihre Mitglieder Konstantin Malofeev, Igor‘ Girkin, Aleksandr Borodaj mit Orden geehrt haben, kurz nachdem diese sich bei der Krim-Annexion hervorgetan hatten. siehe: https://cgrozev.wordpress.com/2015/03/26/oh-combat-brother/]

 

 

Wahnwichtel marschieren Hand in Hand mit Nazis

30.07.2016 Berlin: Extrem rechte Großdemonstration "Merkel muss weg" III

Die dritte „Merkel muss weg“ Demo brachte am vergangenen Samstag, dem 30.07.2016, wieder Teilnehmer aus allen möglichen Spektren der extremen rechten Szene auf den Washingtonplatz in Berlin zusammen. Zu sehen waren Vertreter von Afd, NPD, Die Rechte, wie auch Hooligans, freie Kräfte und Teilnehmer sämtlicher Pegida-Ableger. Die Veranstaltung war trotz stetig geringer werdender Teilnehmerzahlen für die Rechten ein voller Erfolg. Mehr als vier Stunden konnten sie die Innenstadt einnehmen und ungehindert mit Chören wie „Frei, Sozial und National“ und „Nationaler Sozialismus – Jetzt!“ durch die Stadt spazieren. Von der antifaschistischen Gegendemo war kaum etwas wahrzunehmen und was die Veranstaltung „Zug der Liebe“ gegen zeitgleich demonstrierende Nazis ausrichten soll, wenn sie doch trotz großer Teilnehmerzahlen außer Hör- und Sichtweite stattfindet, bleibt schleierhaft! Die Nazis selbst jedenfalls werden von dieser Veranstaltung wohl nur lachend Notiz genommen haben.

Ungeachtet der sichtbaren und hörbaren Militanz offen rechter Kader, hatten es wieder einmal ein paar Wahnwichtel aus dem Spektrum der Mahnwachen für den Frieden, Friedensfusion und auch Endgame nach Berlin geschafft. Namentlich zu nennen wären hier Bianca Budnick, Thomas Löbnitz, Hendra Kremzow, Reza Begi, Michael Krosta, Hagen Schütte, Carsten Halffter, Max Bachmann, Curd Schumacher und Viktor Seibel, wobei letzterer seine politische Heimat ohnehin schon lange in der offen rechten Szene gefunden hat. Ein Teilnehmer warb für die von KenFM promotete “Friedensfahrt Berlin – Moskau 2016”, die am kommenden Wochenende von Berlin aus starten soll und in die der Mahnwachenaktivist und Rapper C-Rebell aka Owe Schattauer federführend involviert ist.

Bianca Budnick mit Max Bachmann, Thomas Löbnitz, Curd Schumacher am Wochenende in Berlin. Hagen Schütte in der Menge

Obwohl diese Veranstaltung sehr deutlich von einer hohen Aggressivität, Rassismus, Antisemtismus, Nationalismus und Neofaschismus dominiert wurde, was sich nicht nur in eindeutigen Parolen und T-Shirts zeigte, sondern auch durch mehrmaligen Zeigen des Hitlergrußes und einer extrem aggressiven Haltung gegenüber dokumentierenden Pressevertretern, loben Bianca Budnick und Thomas Löbnitz die Demo auf ihren Facebook Profilen als gelungen. Bianca Budnick, die eine große Verehrerin von Jürgen Elsässer ist und immer wieder sein Compact-Heft bewirbt, schwafelt in einem kitschigen Text, der von Fotos begleitet ist, ausgiebig von Gerechtigkeit, Gleichgewicht und Widerstand und zeigt ihre vollkommene Verirrung, wenn sie im vollem Glauben diesen Unfug von den mit 25,- Euro pro Stunde ausbezahlten Antifas erwähnt.

Thomas Löbnitz hingegen beschreibt den offen menschenfeindlichen Naziaufmarsch auf seinem Facebook-Profil mit den Worten:  “Tolle Leute + Tolle Reden + Tolle  Atmosphäre!“ und untermalt seinen Standpunkt mit der Verlinkung eines selbst gefilmten Ausschnitts,  in dem auch der identitäre Schlachtruf   „Heimat,  Freiheit,  Tradition!  Multikulti  Endstation!“ zu hören ist. Insgesamt, so hält Löbnitz fest, sei diese Demo „eine runde Sache“ gewesen und hebt via Link besonders die völkische Rede Viktor Seibels hervor. Verfolgt man Thomas Löbnitz Postings muss man festhalten, dass dieser einer offen rechten Ideologie folgt. Er hält nicht nur Kontakte zu den Hetzern Gregor Stein, Curd Schumacher und Dennis Ingo Schulz aka TTA, auf seinem Profil finden sich auch Verlinkungen zu Tatjana Festerling, allen möglichen „Deutschland wehrt sich“-Seiten, wie auch zu antisemitischen, völkischen und den NS-Faschismus relativierenden Videos. Er engagiert sich zwar hauptsächlich bei Mahnwachen und Endgame, ist aber immer wieder, ähnlich wie Frank Geppert und Kathrin Oertel, auf größeren Veranstaltungen der PEGIDA-Ableger anzutreffen. Man darf an dieser Stelle also doch mit großer Berechtigung fragen, was Thomas Löbnitz bei der Verleihung eines vermeintlichen Friedenspreises an Reiner Braun, den Kopf des „linken“ Bündnisses Friedenswinter, zu suchen hatte, wo Löbnitz die Zeremonie feierlich mit eigenen Worten begleitete. Unsere veröffentlichte Recherche, sowie öffentliche Kritik an Reiner Braun haben Braun bisher nicht dazu bewegt, dazu Stellung zu nehmen. Er sitzt das weiterhin lieber schweigend aus.

Reiner Braun mit Thomas Löbnitz bei der Verleihung des Bautzner Friedenspreises.

Hagen Schütte und Carsten Halffter hielten sich während der Auftaktkundgebung eher am Rand auf und beschränkten sich auf herzliche Begrüßungen und den einen oder anderen Plausch. Offensichtlich war ihnen diese Veranstaltung, trotz inhaltlicher Übereinstimmung, nicht blumig genug. Im Internet aber zeigen sie ihre Antipathie gegen eine kleine gegen diesen Aufmarsch protestierende Gruppe. Hagen Schütte zum Beispiel verlinkt die Rede Viktor Seibels und nennt die Gruppe auf der anderen Seite der Absperrung “Antifa-Haufen” und “Antifa-Schreichor”.

30.07.2016 Berlin: Extrem rechte Großdemonstration "Merkel muss weg" III

Michael Krosta freute sich am Samstag Alexander Kurth zu treffen und filmte ihn ausgiebig, nachdem er mit ihm eifrig beim Händeschütteln  zu beobachten war.
Michael Krosta  ist Inhaber   des  Youtube-Kanals  KrostaTV, wo man den ganzen Querschnitt der Querfront in Interviews und Beiträgen präsentiert bekommt. Von Friedenswinteraktionen,  Sahra  Wagenknecht, Interviews mit Ralph Boes bis hin zu extrem rechten Protagonisten ist alles dabei. Insgesamt scheint es, dass er mit seinen Formaten KenFM nacheifert, dabei aber weit weniger Erfolg hat.

Michael Krosta (Krosta TV) mit Alexander Kurth (DIE RECHTE), im Hintergrund Viktor Seibel

Curd Schumacher, der sich auch Curd Ben Nemsi oder “Der böse Mann” nennt, ist von Beginn an ein Protagonist der extremen Rechten gewesen, der sich aber im Laufe der Zeit verschiedenen Mahnwachenaktivisten angenähert hat. Durch seinen Abstecher in die salafistische Gemeinschaft Düsseldorfs über Michael Krosta und Jörg Cölsmann, dem ehemligen Kopf der Mahnwache Düsseldorf, ist er aber umstritten und tritt bei PEGIDA und ähnlichen Veranstaltungen eher nicht mehr als Redner auf. Dennoch genießt er weiterhin so etwas wie einen Promistatus und wird immer wieder von Teilnehmern um gemeinsame Selfies gebeten.
(Edit: Offensichtlich sind die Differenzen überwunden:
Curd Schumacher ist am 01.08.2016 bei PEGIDA NRW aufgetreten.)

Max Bachmann arbeitet für den verschwörungsideologischen Sender Eingeschenkt TV, hat aber gerade als Kameramann das neueste Video-Kooperationsprojekt der vermeintlich von den Mahnwachen ausgestiegenen veganen Sängerin Morgaine und des „linken“ Rappers Kaveh begleitet, in dem einige Wichtel aus Mahnwachen und Endgame mittanzen. Sie werden hier auch von dem Sender Weltnetz TV unterstützt.

Quelle Morgaine: http://archive.is/Yz733
Quelle Morgaine

Daneben ist Bachmann Teil von offen rechten und antisemitischen Veranstaltungen um die Hallenser Montagsdemo und Endgame.
Immer wieder finden Frank Geppert, Donatus Schmidt, Kathrin Oertel oder auch der lippenbekennende Neonaziaussteiger, Rassist und Hetzer Sven Liebich (Ex-Blood & Honour-Aktivist) bei ihm eine Plattform und werden als Friedensaktivisten und/oder Blogger vorgestellt und verharmlost. Auch in Berlin war Max Bachmann an diesem Wochende mit einem Presseausweis und einer Kamera ausgestattet, die Sympathie für diese Art der menschenfeindlichen Veranstaltungen ist aber seinen Berichten, nicht nur bei Eingeschenkt TV sondern auch seinem eigenem Kanal „GERnalist“ zu entnehmen.

Endgamer unter sich: Max Bachmann, Alexander Quint, Thomas Löbnitz, Kathrin Oertel, Jana Witschetzky, Hendra Kremzow, Reza Begi und andere

Hendra Kremzow, ehemals Aktivist der Mahnwache München, ist mittlerweile weit im rechten Spektrum angekommen. Er ist ebenfalls immer noch im Kontext des Mahnwachen anzutreffen, aber seine Kontakte zu den Organisatoren des Bündnisses „Wir für Berlin- Wir für Deutschland“, um den Pro Deutschland- Funktionär Enrico Stubbe sind bekannt. Auf der 1. “Merkel muss weg” – Demo stach gerade seine Rede durch  einen üblen Antisemitismus hervor.

Hendra Kremzow mit Ignaz Bearth, Ex-PEGIDA Schweiz und PNOS, heute DPS

Reza Begi, die Kölner Lachnummer der ganzen Mahnwachenszene, der abgöttisch in Kathrin Oertel verliebt ist und die ganze Netzgemeinschaft an seinen wirren Phantasien teilhaben lässt, durfte zwar nicht wie gewollt eine große Rede halten, aber er hatte die Ehre den äußersten Zipfel des Front-Transpis zu halten. Reza Begi fällt immer wieder durch Antisemitismus inkl. Vernichtungsphantasien auf. Er nannte Angela Merkel in einem Posting eine Halbjüdin, Faschistin und Hure und rief zu ihrem Sturz auf, weshalb er eine Anklage wegen Volksverhetzung am Laufen hat. Wie wirr sein Verhältnis zur Demokratie ist, zeigt sich wenn er direkt nach der Nazidemo in Berlin, sich in Köln der nationalistischen türkischen Demonstration anschließt und dabei pathetisch von Demokratie und Frieden spricht. Außerdem plant er gerade mal wieder eine eigene Veranstaltung in Berlin, die er anderes als Christioph Kastius, der seine Aktionen “Sturm auf den Reichstag” nannte, personalisiert: “Die Zionistin Merkel festnehmen” ist das Motto.

Reza Begi: Stolz wie Bolle
Quelle: Facebook Reza Begi

Abschließend sei noch mal darauf hingewiesen, dass auch Hallenser Mahnwichtel anwesend waren. Franky Schumi und Susanne Hohmann haben vermutlich das Transparent mitgebracht, das auch jeden Montag auf der Montagsdemo in Halle zu sehen ist und das von Sven Liebich bereitgestellt wird, auch wenn dieser bestreitet etwas damit zu tun zu haben. So durften die sonst in diesem Umfeld eher unbekannten Protagonisten prominent am Front-Transpi neben Manfred Rouhs mitlaufen.

30.07.2016 Berlin: Extrem rechte Großdemonstration "Merkel muss weg" III

30.07.2016 Berlin: Extrem rechte Großdemonstration "Merkel muss weg" III

Das Wochenende hat mal wieder gezeigt, wie weit der Rechtsrutsch verschiedener Mahnwachenprotagonisten mittlerweile vorangeschritten ist. Obwohl für jeden live mitzuverfolgen, werden solche Aktivisten aber weiterhin nicht von Mahnwachen und von Friedenswinteraktionen ausgeschlossen. Wir bleiben gespannt auf das Wochenende, wenn Ken Jebsen alias KenFM die Abfahrt der Tour nach Moskau begleiten wird, für die nicht nur auf der Nazidemo geworben wurde, sondern offensichtlich auch am 21.07.16 auf Elsässers letzten Compact Live Veranstaltung in Berlin und zu der sich das gesamte Wahnwichtelnetzwerk, inklusive der hier genannten Teilnehmer, angekündigt hat.
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Nachtrag:
„Die Welt ist ein Irrenhaus und friedensdemowatch ist die Zentrale“ (Bianca Budnick)

In unserem Blogpost „Wahnwichtel marschieren Hand in Hand mit Nazis“ ging es um die letzte Merkel muss weg-Demo. Als Titelbild wählten wir eins, das Teilnehmer dieser Demo mit einem Transpi zeigt, auf dem die Forderung „Den Demokraten den Stecker ziehen – Nationaler Sozialismus JETZT“ zu lesen ist. Man muss also schon recht „kreativ“ sein, wenn man leugnen und glauben will das keine Nazis auf der Demo waren, die offen ihre Ideologie propagieren durften. Manche kriegen aber sogar das hin. Chapeu!

So kommentiert z.B. Reza Begi:

In den Kommentaren fügt er hinzu:

Dazu verlinkte er einen unserer Beiträge, in dem wir seine Behauptung ins Visier nehmen, der Amoklauf eines Deutsch-Iraners in München sei ein Fake seitens der „Deutsch Zionisten“ gewesen, um im „Medienkrieg“ den antizionistischen Deutsch-Iraner Kaveh Ahangar zu diskreditieren, da dieser gerade beim Deutsch-Iraner Ken Jebsen die Wahrheit über die Zionisten erzählt habe. In einem weiteren Kommentar fragt er:
Hiermit dürfte dann auch klar sein wen er mit Chasaren meint. Kurz darauf beruft er sich noch auf Benjamin Freedman, dieser „unterstellte einem Großteil der New Yorker Juden, keine echten Juden zu sein, sondern von den Khasaren abzustammen und behauptet, diese hätten einen zersetzenden Einfluss auf die amerikanische Gesellschaft“.
Zuletzt berichteten wir über Reza Begi weil er vor einigen Monaten eine Demo organisierte, auf der u.a. die KenFM-Autorin Evelyn Hecht-Galinski redete.

Der rechte Aktivisten und Redner diverse Gida-Veranstaltungen Curd Schumacher, der unseren Beitrag ebenfalls mit aller ihm zur Verfügung stehenden „Differenzierung und Denkarbeit“ geteilt hat, kommentierte

Eine vermeintliche Antwort auf Begis Frage „Welches Elend und Schmerz haben die osteuropäische CHASAREN erlebt“ bekommt man dann in der Kommentarspalte unter Schumachers Post gleich im zweiten Kommentar:

Direkt unter seinem Kommentar verlinkt er einen Artikel mit der Überschrift „Zionistische ‚Teufelsbrut‘ will Europa ausrotten“. Und obwohl gleich im zweiten Kommentar der Holocaust geleugnet wird, vermutlich nur um zum Ausdruck zu bringen, dass man zum Wohle des Friedens auch mal mit Nazis demonstrieren dürfe, meint ein weiterer Diskutant „Was die alles wissen😂wer ‚rechtsextrem’oder ‚wirr’ist.so ein blöder artikel..eins ist aber klar:die hellen köppe sind und waren immer im widerstand zu finden 😉finde ich jedenfalls..“

Auch Carsten Halffter, „bekannt“ u.a. durch eine antisemitische Rede, die er vor einer Synagoge hielt und der auch mit dem Bundestagsabgeordneten Diether Dehm(DIE LINKE) per Du ist, ist über unseren Blogpost empört und könnte sich auch einen freislerschen Gerichtshof vorstellen
Er teilte den Beitrag Curd Schuhmachers mit einem Statement, in dem er u.a. auf die ebenfalls mit Diether Dehm bekannte Band „die Bandbreite“ Bezug nahm:
Seinen Worten kann man also entnehmen, dass er geradezu mit antifaschistischem Anspruch Teil der Auftaktkundgebung war. Vermutlich hat er eben auch mit selber antifaschistischen Motivation vor einer Synagoge behauptete, Israel führe aus reiner Raffgierigkeit einen Völkermord durch. Zu Halffters Share gab es nur einen einzelnen Kommentar:
Gut zu wissen, dass auch „Merkel muss weg“ eine Friedensdemo war. Das hätten wir wohl wahrlich einfach übersehen. Mit diesem Wissen können wir ja auch das Angebot der Friedensdemofotografin Bianca Budnick annehmen, die ebenfalls an der „Merkel muss weg“-Friedensdemo teilnahm und Reza Begis eingangs erwähntes Posting mit einem Like versah. Diese machte ihren Aggressionen Luft und machte aus der Welt ein Irrenhaus und aus uns die Zentrale.

Man muss diesen Friedenswichteln eins lassen. Sie schaffen es immer wieder in ihre friedlichsten Absichten unter Beweis zu stellen.